Entlang der Métrolinie 2

Für Sightseeing hatte ich nur einen halben Tag und deshalb hatte ich mir die Sehenswürdigkeiten entlang der Métrolinie 2 herausgesucht. Allerdings hatte ich gleich zu Beginn gleich dreifach Pech. Zuerst blieb die RER, die mich zu Charles de Gaulle – Étoile bringen sollte, für eine halbe Stunde mitten im Tunnel stehen und da ich dem Französischen nicht wirklich mächtig bin, verstand ich die Durchsagen bis auf das Wort Accident nicht. Da aber die übrigen Fahrgäste im Zug blieben, blieb ich auch sitzen.
In Blanche aus der Metro ausgestiegen freute ich mich über das Hinweisschild zu einem WC in 50 Metern. Erst war es besetzt und anschließend kaputt. Unverrichteter Dinge widmete ich mich dann wieder dem Sightseeing und nachdem ich meine Kamera ausgepackt hatte, um das Moulin Rouge zu fotografieren, parkte genau ein Reisebus vor der Tür. Wenigstens landete der beim Laufen herausschwappende Inhalt einer Bierdose eines Typen beim Überholen auf dem Bürgersteig knapp neben mir auf dem Boden und nicht auf meiner Hose.

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An der Moulin de la Galette und der Moulin Radet vorbei lief ich in Richtung in Richtung Sacré Coeur. Selbst an einem bewölkten Tag im November bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ging es nur im Schneckentempo durch die Rue Norvins und der Place du Tertre war brechend voll. Wie muss das in Montmartre erst im Sommer bei gutem Wetter sein, wenn dann noch mehr Touristen unterwegs sind?

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Am Fuße der Basilika Sacré-Coeur gab es an der Ostseite ein funktionierendes öffentliches WC und daruch war der Besuch der Kirche gleich wesentlich entspannter. Allerdings hat es mich ein wenig geärgert, dass Fotografieren in der Kirche nicht erlaubt ist. Direkt am Eingang wurde ich von einem Sicherheitsmann darauf hingewiesen und als ich auf halber Strecke mein Handy nur zwei Zentimeter aus der Hülle schob, um auf die Uhr zu schauen, merkte ich wie der nächste Sicherheitsmann schon Anstalten machen wollte, um mich zurechtzuweisen.

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Von Sacré-Coeur hat man einen fantastischen Blick über Paris, aber leider war es bewölkt. Somit muss ich dort bei gutem Wetter wohl noch einmal hin. Das muss ich sowieso, da ich dieses Mal den Weg hinauf gelaufen bin und deshalb auch noch nicht mit der Standseilbahn (Funiculaire de Montmartre) gefahren bin.

Auf dem Weg zur Metrostation Anvers muss man durch die Rue de Steinkerque und das war Slalomlaufen um Hütchenspieler, die dort alle fünf Meter standen. So viele Hütchenspieler auf einen Schlag hatte ich zuvor noch nie gesehen. Ist das in Frankreich eigentlich erlaubt?

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Mit der M2 fuhr ich weiter bis Père Lachaise, um den Friedhof zu besichtigen und fand es interessant, wie die Metro auf der Strecke zum Teil im Untergrund fährt und auf einem Abschnitt zwischendrin als Hochbahn fährt. Mit 44 Hektar ist er Friedhof beeindruckend groß und ich hatte viel zu wenig Zeit, um ihn komplett zu besichtigen. Deshalb hatte ich Prioritäten gesetzt und war nur bei den Gräbern von Jim Morrison, Edith Piaf und Oscar Wilde. Mit zwei Millionen Besuchern zählt er zu den top Touristenattraktionen in Paris und einige Touristen haben wie ich den Besuch auf dem Weg zum Bahnhof oder Flughafen gemacht, so dass sie mit ihren Trolleys unterwegs waren und das ist auf dem Kopfsteinpflaster ziemlich unpraktisch.

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Nach dem Besuch von Père Lachaise machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Parc de Belleville. Der normalerweise von Pflanzen umrangte Aufgang zur Terrasse war natürlich im November arg trist und der 100 Meter lange Kaskadenbrunnen ist ohne Wasser ebenfalls nicht sonderlich reizvoll. Der große Spielplatz war ebenfalls geschlossen und deshalb waren sehr wenig Familien und Touristen im Park unterwegs. Allerdings wimmelte es abseits der Hauptwege nur so von zwielichtigen Gestalten und deshalb fiel der Besuch im Park so kurz wie möglich aus. Natürlich bin ich aber bis oben zur Aussichtsterrasse gelaufen, die noch ein paar Meter höher liegt als Sacré-Coeur und von der man theoretisch auch einen super Blick über Paris hat. Praktisch war es aber immer noch bewölkt.

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Für einen halben Tag habe ich dennoch eine ganze Menge gesehen und durch die M2 verliert man auch nicht so viel Zeit, um von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu kommen.

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