Bahnhofsviertelnacht 2014

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Zum siebten Mal fand gestern die Frankfurter Bahnhofsviertelnacht statt und die Veranstaltung des Stadtmarketings ist dafür gedacht, Frankfurts berüchtigstes Quartier zu präsentieren und aus der Schmuddelecke herauszuführen. Die Stadt Frankfurt fördert seit 2004 mit Millionenbeträgen das Viertel und der Wandel dort ist täglich zu sehen. Laut offiziellen Angaben waren gestern rund 35.000 Besucher bei der Bahnhofsviertelnacht.

Natürlich ist das ein Erfolg für die Veranstaltung und es ist auch interessant, bei solch einem Event einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Allerdings hat solch ein Event mit dem täglichen Leben dort recht wenig zu tun, denn bei der Bahnhofsviertelnacht sind alle Straßen mit Besuchern überfüllt und an normalen Tagen gibt es dort immer noch Straßenzüge, durch die ich nicht gerne gehe und mich dort nicht wohl fühle.

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Die Kaiserstraße hat sich mittlerweile herausgeputzt und ist Frankfurts einziger richtiger Boulevard (so habe ich es gelesen und ich finde das treffend). Leider ist der Sommer bald vorbei und dann muss mittags wieder drinnen gegessen werden anstatt in der Außengastronomie auf den breiten Bürgersteigen.

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Früher war ich auch froh, wenn ich durch die Münchener Straße mit der Straßenbahn durchfahren konnte und nicht aussteigen musste. Mittlerweile mag ich die Straße und bin dort mindestens ein Mal die Woche bei Merkez zum Mittagessen. An der Ecke zur Weserstraße hat sich mit dem Maxi Eisen einer der angesagtesten Restaurants Frankfurt angesiedelt, da es dort Pastramie-Sandwiches gibt, und letzte Woche hat dort auch Fletcher’s Better Burgers sein zweites Restaurant in Frankfurt eröffnet.

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Die Taunusstraße ist in manchen Abschnitten immer noch nicht gerade lecker. Letzte Woche hat dort der sogenannte Ghetto-Netto geschlossen und ich bin darauf gespannt, wie sich das auf den Abschnitt zwischen zwischen Weser- und Elbestraßen auswirken wirkt.

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Natürlich gehört zu einem guten Fest auch Musik und auf der Niddastraße haben an zwei Stellen DJs aufgelegt. Für das Konzert von Gastone auf dem 25hours Hotel war ich leider zu spät, aber durch den DJ vor der Tür war im Niddasack richtig viel los.

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Live-Musik gab es wie immer vor Cream Music in der Taunusstraße und den ganzen Abend war der Bereich vor der Bühne gut gefüllt. Verschiedene Künstler traten dort nacheinander auf und die Stimmung dort war außerordentlicht gut.

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Mir hat der Abend sehr viel Spaß gemacht und auch wenn es meine erste Bahnhofsviertelnacht war, freue ich mich jetzt schon auf die 8. Auflage. Wenn aber 35.000 Leute durch das Viertel pilgern, hat das mit dem täglichen Leben dort nichts gemein. Es ist halt etwas anderes, wenn abends ein riesige Party gefeiert wird als wenn man morgens um acht durch die Taunusstraße geht.

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Vor lauter Besuchern fällt das menschliche Elend, das in dem Viertel immer noch täglich zu beobachten ist, kaum auf. Wenn Junkies am Straßenrand auf dem Boden liegen, dann sticht das extrem ins Auge, sofern kaum jemand auf dem Bürgersteig unterwegs ist. Sind allerdings die Bürgersteige und die Fahrbahn voller Leute, muss man bewusst hinschauen, um diese Facette des Viertels zu sehen.

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