Die Schwarzwaldhochstraße

Vor Ewigkeiten auf dem Weg ins Tessin hatte ich bei der Anreise den Abstecher über die Schwarzwaldhochstraße gemacht und natürlich die Route über den Gotthard-Pass gewählt. Wenn man sowieso den ganzen Tag im Auto sitzt und nichts Anderes an so einem Tag vorhat, dann bieten solche „Umwege“ eine schöne Abwechslung.

Wie bereits erwähnt war der Aufhänger für den Kurztrip mit dem Wohnmobil die Schwarzwaldhochstraße, die älteste Ferienstraße Deutschland. Straße und Natur sind noch dort, aber vom Glanz und Glamour vergangener Tage hat sie etwas verloren. Einige Luxushotels, in denen schon Konrad Adenauer oder Kaiserin Sissi wohnten, verfallen oder wurden abgerissen.

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Der Trend in der Gegend geht zum Kurzurlaub und Tagesausflug. Wanderparkplätze gibt es in Hülle und Fülle und nur vereinzelt kommt ein Touristen Hotspot. Für einen Dienstag außerhalb der Ferien waren diese gut besucht, aber nicht überfüllt.

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Auf dem Weg auf der Schwarzwaldhochstraße von Freudenstadt nach Norden war der Ruhestein unsere Anlaufstelle zum Mittagessen. Das Naturschutzzentrum haben wir nicht besucht und sind auch nicht mit den Einersessel gefahren. In den Skigebieten in Österreich ist diese Liftgattung vermutlich seit Jahrzehnten ausgestorben.

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Wie schon der Schriftsteller Mark Twain 1878 auf seiner Europareise besuchten wir die Klosterruine Allerheiligen und besonders beeindruckend fand ich, wie massiv gebaut wurde, so dass immer noch ohne Verbindung zu anderen Gebäudeteilen ein Teil des Hauptportals und ein Teil des Turms freistehend die Zeit überstanden haben.

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Unterhalb des Klosters liegen die Wasserfälle und wir sind nicht vom Kloster dorthin sondern zum Parkplatz unterhalb der Wasserfälle gefahren. Von dort aus sind es nur 200 Meter bis zum unteren Ende. Von dort aus erstrecken sich die drei Wasserfälle auf eine Strecke von 250 Metern mit 70 Metern Höhendifferenz. Da wir Hessen keine nennenswerten Wasserfälle haben, freue ich mich immer darüber. Leider hatte ich keinen ND-Filter für die Kamera mit und musste improvisieren und den eingebauten Filter der G7x nehmen und brauchte deshalb auch nur ein leichtes Stativ mitzuschleppen.

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Neben den Panoramablicken auf den Schwarzwald bzw. hinunter in die Rheinebene ist der Mummelsee die Hauptattraktion entlang der Schwarzwaldhochstraße und nicht umsonst wird er auch „Rummelsee“ genannt. Neben dem Gasthof gibt es deshalb auch viel Nippes zu kaufen und für die Busladungen an Touristen prangert dort auch das Schild „Original Black Forest Cuckoo Clocks“.

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Am Dienstagnachmittag gab es dort noch Parkplätze und auch freie Plätze im Außenbereich am See. Bei der Umrundung des Sees (ca. ein Kilometer) hielt sich der „Gegenverkehr“ auch in Grenzen. Wenn es im Sommer oder am Wochenende dort richtig voll ist, dann kann es auf den Stegen, auf denen einen Teil des Uferweges verläuft, eng werden. Der Bohlenweg wurde 2014 angelegt, damit der Rundweg barrierefrei und auch für ältere Menschen begehbar ist.

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Auf der Seeseite gegenüber des Gasthofs sitzt wie in Kopenhagen eine Meerjungfrau auf einem Felsen im Wasser. Direkt daneben befindet sich auch eine kleine Terrasse mit Liegemöglichkeiten. Das ist der perfekte Ort zum Entspannen mit Blick über den See mit den Tretbooten, dem Gasthof und im Hintergrund das Schwarzwaldpanorama. Entlang des Rundweges befinden sich auch einige Objekte des Kunstpfades am Mummelsee.

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Im weiteren Verlauf in Richtung Norden folgen noch zwei Ausflugsziele mit dem Hundseck und Sand am Mehliskopf. Am Hundseck gibt es neben dem Skilift nur noch das Panoramapavillon Hundshütte, das auch im Sommer geöffnet hat. Im Freizeit- und Sportzentrum Mehliskopf ist mit dem Klettergarten, einer Bobbahn, Downhill-Carts und einem Skilift schon mehr los. Zudem gibt es dort auch mehrere Einkehrmöglichkeiten.

Auf den Weg hinab nach Baden-Baden befindet sich kurz vor Ende der Hochstraße noch die Bühlerhöhe mit dem gleichnamigen Schlosshotel und der Max-Grundig-Klinik. Das ist noch einmal Luxus pur wie er zum Image von Baden-Baden passt.

Bei guter Sicht ist die Strecke auf jeden Fall immer eine Reise wert. Zudem ist die gut ausbaut und da auf einen Abschnitten wegen des Erholungsgebietes Tempo 70 gilt, stört es auch nicht, wenn man mal einen LKW vor sich hat. Entlang der Strecke gibt es noch viel Weiteres zu entdecken, aber war an einem Tagesausflug keine Zeit: Die Schwarzenbach-Talsperre, die Geroldsauer Wasserfälle, verschiedene Aussichtstürm und natürlich die zahlreichen Wanderwege.

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