Mit dem Zug nach Kopenhagen

Sich in Frankfurt in den Flieger zu setzen und nach ungefähr einer Stunde in Kopenhagen wieder zu landen kann jeder. Weil ich unbedingt einmal mitmachen wollte, wenn ein kompletter ICE auf Fehmarn auf die Fähre fährt, habe ich mich für die Anreise mit dem Zug entschieden. Abends nach Feierabend bin ich bis Hamburg-Dammtor gefahren und dieser Jugendstil-Bahnhof ist schon eine Augenweide an sich und einer der schönsten Bahnhöfe in Deutschland.

Übernachtet habe ich bei Freunden in Norderstedt und dank Schienenersatzverkehr hat die Fahrt von Hamburg dorthin noch einmal über eine Stunde gedauert. Auf dem Weg von der U-Bahn zu meinen Freunden kam ich auch am Haus von Uwe Seeler vorbei und der hat tatsächlich eine HSV Logo im Boden seiner Einfahrt.

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Der Abend bei meinen Freunden fiel recht kurz aus und am nächsten morgen ging es dann mit dem Diesel-ICE in Richtung Dänemark. Zum Glück hatte ich eine Reservierung, denn zu der Zeit im Sommer waren auch viele Backpacker unterwegs. Das Gepäck passte nicht mehr in die Ablagen über den Sitzen, so dass der komplette Raum vor dem Board-Bistro mit gestapelten Rucksäcken voll war – mein Trolley hat da noch am wenigsten Platz eingenommen.

Weil der Zug zu spät bereitgestellt wurde, war in Puttgarden eine Fähre weg und dort am Bahnhof durfte auf die Fähre eine Stunde später gewartet werden. Die ICE-TDs sind nur ca. halb so schnell wie ein ICE3 und von Anfang an war die Fahrt entspannter als sonst. Vermutlich lag es auch daran, dass nur Urlauber und keine Geschäftsleute in dem Zug unterwegs waren.

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Das absolute Highlight sowohl der Hin- als auch der Rückfahrt war die Fährüberfahrt. Die Temperaturen waren angenehm in den 20ern und der Himmel strahlend blau. Während der Überfahrt darf man nicht im Zug bleiben und kann somit auf dem Sonnendeck der Fähre die Füße hochlegen und einfach gar nichts tun. Einfach nur genießen.
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Um 15 Uhr war ich in Kopenhagen angekommen und hatte dort ein Hotel direkt hinter dem Bahnhof. Dadurch hatte ich wenig Zeit verloren und machte mich direkt auf eine erste Runde durch die Stadt. Mit Schlenkern nach links und rechts und vor und zurück habe ich mich zur kleinen Meerjungfrau vorgearbeitet und wieder zurück.

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Am nächsten Tag hatte ich mir die Copenhagen-Card für 24h gekauft. Leider war ich genau eine Woche zu sSpät unterwegs, denn es war genau Ende der Sommersaison und ab dieser Woche hatten die Museen und Sehenswürdigkeiten kürzer geöffnet. Somit habe ich den Tagesplan den Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten ausgerichtet.

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Die erste Station am Morgen war der Zoo. Auf dem Weg dorthin war ich schon von der führerlosen U-Bahn in Kopenhagen entzückt. Die Tunnel sind beleuchtet und wie bei der SkyLine am Frankfurter Flughafen kann man in der U-Bahn dort an den Stirnseiten sitzen und hat freie Sicht in die Tunnelröhren.

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Vom Zoo aus ging ich zur Carlsberg Brauerei und der Ausschank im Hof ist wie bei uns ein Biergarten. Allerdings ist das ganze Areal ein Witz gegenüber dem Guinness Storehouse in Dublin oder der Heineken Experience in Amsterdam. Alles ist dort kleiner und überschaulicher. Tortzdem würde ich wieder hingehen (mitterlweile war ich schon ein zweites Mal dort), da auch schon der Weg durch den Park vom Zoo aus als auch der Weg von Carlsberg zur S-Bahn einfach nur schön bzw. interessant sind.

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Nach einem kurzen Stop im Hotel ging ich danach in die Ny Carlsberg Glyptothek. Bisher hatte ich mit Skulpturensammlungen noch nichts am Hut, aber von dem Museum war ich einfach nur begeistert. Die Brunnenskultpur mit den Babies im Innenhof nach dem Eingang ist wunderschön und im weiteren Verlauf der Ausstellung gibt es sensationelle Skulpturen, die sehr gut in Szene gesetzt werden – z.B. der Sensenmann vor einem weinroten Hintergrund. Entgegen meiner Erwartungen hatte ich in dem Museum wesentlich mehr Zeit verbracht als geplant.

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Der Nachmittag war schon fortgeschritten und die meisten Museen machten durch den besagten Wechsel auf die Winteröffnungszeiten bereits um 17 Uhr zu. Genau noch in meiner Woche hatte das Aquarium noch länger geöffnet. Deshalb fuhr ich dann mit der U-Bahn in Richtung Flughafen. Das neue Nationalaquarium besticht durch eine sensationelle Architektur. Als Planespotter hatte ich auf Freude, denn von dort aus ist es nur ein Katzensprung bis zur Einflugschneise vom Flughafen.

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Auch wenn Kopenhagen sehr übersichtlich ist, hatte ich mich auf dem Heimweg ein wenig verlaufen auf dem Weg von der U-Bahn zum Runden Turm und kam in etwas abgelegene Gegenden. Daraufhin habe ich dann doch Goolgle Maps befragt und landete schließlich wieder im Park von Schloss Rosenberg. Was in Frankfurt das Mainufer oder der Grüneburgpark ist, ist dort der Schlosspark.

Der Runde Turm hatte zum Glück noch bis 20 Uhr geöffnet und dort fuhr ich nach dem Aquarium hin. Immer im Kreis nach oben zu laufen ist schon etwas komisch, aber die Aussicht über Kopenhagen ist von dort aus grandios. Außerdem will der Fotograf in mir überall anhalten und Fotos machen. NebenZum Glück hatte ich neben der Spiegelreflexkamera hatte ich die EOS-M mit dem 11-22mm Ultraweitwinkel dabei und das war genau die richtige Hardware für die Rundungen im Turm.

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Am nächsten Tag ging mein Zug gegen Mittag zurück nach Hamburg. Den Vormittag habe ich noch dazu genutzt mit dem Öresund-Express über die Öresundbrücke nach Malmö zu fahren. Dort habe ich noch Zwei-Stunde-Runde durch die Innenstadt gedreht und war soweit in Richtung Westen gelaufen, bis ich den Turning Torso sehen konnte.

Zurück am Bahnhof hatte ich das Problem, dass der Fahrkartenautomat meine EC-Karte nicht gefressen hat. Zum Glück war ich früh genug zurück am Bahnhof, so dass es kein Beinbruch war, dass ich den Zug verpasste. Um wieder nach Kopenhagen zu kommen, ging ich zu der Wechselstube im Bahnhof und ließ 20 EUR tauschen. Abzüglich der Wechselgebühr hatten dann meine schwedischen Kronen genau gereicht, um am Automaten das Ticket zurück nach Kopenhagen zu kaufen.

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Auf der Rückfahrt nach Hamburg gab es einige Möwen, die die Attraktion auf der Überfahrt waren, da sie von Dänemark bis Deutschland im Windschatten der Fähre mitgeflogen waren.

In Norderstedt gab es dann ein fürstliches Essen bei meinen Freunden am Abend auf der Terrasse. Sightseeing und Freunde besuchen – das ist ein gutes Wochenende.

Am Sonntag waren wir noch beim Coffee-To-Fly am Hamburger Flughafen und solch eine Institution für Planspotter haben wir in Frankfurt noch nicht. Auch wenn wir wesentlich mehr Flugbewegungen haben, haben wir gegenüber Hamburg noch Nachholbedarf, denn Gastronomie an den Spotterpoints ist nicht zu verachten.

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Am Nachmittag ging dann mein Zug zurück nach Frankfurt und an diesem Wochenende hatte ich von Donnerstag bis Sonntag mit ICE und U-Bahnen innerhalb von fünf Tagen über 24 Stunden in Zügen gesessen. Das war schon lang und erfordert einiges an Sitzfleisch, aber die beiden 45 Minuten auf der Fähre bei perfektem Sommerwetter waren es wert.

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