Kroatien 2018 – Tag 4

Da für den Nachmittag die Fahrt zur Fähre nach Cres geplant war, wurde etwas früher als an den übrigen Tagen gefrühstückt. Obwohl der Frühstücksraum im Hotel Jezero riesig ist, war er extrem gut gefüllt und es gab nur noch wenige freie Tische im letzten Eck des Raumes.

Vor neun Uhr lag das Gepäck schon im Auto und es ging in Richtung Eingang Nummer 2 des Nationalparks Plitvicer Seen. Nach dem Kauf der Eintrittskarten fuhr die Bimmelbahn (ein Mercedes G-Modell ist mal eine vernünftige Zugmaschine) von der Station 2 zu Station 1. Von dort aus musste noch bis Eingang 1 gelaufen werden. An der Haltestelle der Bimmelbahn war man schon im Parkbereich. Um zum Souveniershop am Eingang eins zu kommen, musste man den Nationalpark zunächst durch den Eingang wieder verlassen.

Die Touristen drängelten sich alle auf dem Weg vom Eingang 1 zum großen Wasserfall am unteren Ende des Nationalparks. Der große Wasserfall führte wesentlich mehr Wasser als 2016 im Sommer. Es war so viel Gischt, dass es einer Freiluftdusche gleich kam. Auf die Idee, den Knirps aufzuspannen und über die Kamera zu halten, kam ich erst am Abend. Die Zeit vom trocknen der Frontlinse bis zum Auslösen hatte nicht gereicht, um einen klares Foto zu machen. Somit musste das iPhone herhalten und anschließend wurde schnell die Flucht ergriffen.

Der Weg vom großen Wasserfall zum Bootsanleger P3 war gesperrt. Weil das aber offensichtlich niemand ernst nahm und einige Leute dort unterwegs waren ignorierte auch ich die Sperrung. Zunächst sah es aus als müssten auf einer Treppe nur zwei überspülte Stufen überwunden werden. Diese hatten gereicht, um die Socken oberhalb des Schuhs nass zu machen.

Später wurde es noch deutlich abenteuerlicher. Es stand nämlich der Weg komplett unter Wasser und über eine Strecke von ca. 30 Metern musste man auf dem Bordstein balanciert. Die Optionen waren nach links zu kippen und die Füße auf dem überfluteten Weg nass zu machen oder nach rechts zu kippen und im See zu landen. Ich bin nur einmal kurz nach links gekippt und hatte den einen Schuh kurz eingetaucht. Die Umstände waren zwar widrig, aber dafür hatte man diesen Abschnitt des Nationalparks fast für sich alleine.

Die nächste Überraschung gab es am Picknickplatz am Bootsanleger 3. Dort war der Steg zum Bootsanleger komplett überflutet. Zum Glück kamen aber Mitarbeiter des Nationalparks und legten Bohlen aus. auszulegen, damit die Schifffahrt gewährleistet werden konnte dadurch war es möglich den Schiffsbetrieb aufrecht zu erhalten. Alternativ hätte man auf der Ostseite des Sees auch zum Anleger 1 laufen können. Also hieß es warten und mit dem ersten Schiff des Tages zu P1 fahren.

Der Anleger P2 war wegen Überflutung komplett gesperrt und wurde nicht angefahren. Ebenso war der komplette obere Teil des Nationalparks wegen Überflutungen gesperrt. Der Schiffskapitän hat das mit einem Augenzwinkern gesagt, dass der Waldweg zur Station 3 gesperrt sei. Vermutlich wäre es aber möglich gewesen den Weg zu gehen. Die Bimmelbahn fuhr ebenfalls nur zwischen Station 1 und Station 3, so dass die oberen Seen offiziell nicht erreichbar waren.

Wegen dieser widrigen Umstände dauerte der Besuch des Nationalparks nur einen halben statt einen ganzen Tag und die Fahrt zu Fähre konnte früher angetreten werden als gedacht. Eigentlich war geplant, die Fähre um 18:15 Uhr zu nehmen. Während der Fahrt wurde jedoch der obligatorische Stop bei der Autobahnraststätte in Ravna Gora eingelegt. Laut Routenplaner waren es noch 1h05 Fahrzeit und die frühere Fähre fuhr um 15:45. Das waren 1h15 Zeit. Eigentlich hatte ich es abgeschrieben, die Fähre noch zu erreichen.

Auf der Brücke nach Krk schien die Fähre doch noch machbar. Es wurde eine zeitliche Punktlandung. Um 15:41 Uhr stand ich am Ticketschalter und war das letzte Auto, das auf die Fähre fuhr. Während der kurzen 25minütigen Überfahrt türmten sich dunkle Wolken über Cres auf. Zum Glück sind diese in die richtige Richtung weggezogen und so war es noch ein sonniger Nachmittag auf Cres.

Letztes Jahr an Ostern war es mit tagsüber 22°C deutlich wärmer. aber auch mit den 14°C in diesem Jahr sowie Sonne und Windstille konnte wie erhofft auch der Pullover ab und zu ausgezogen werden. Wenn es im Frühjahr schon so weit in den Süden geht, dann soll wenigstens etwas mediterranes Gefühl aufkommen.

Zwei Stunden Strandbar, ein gutes Abendessen in einem Restaurant im alten Hafen von Cres und anschließend noch ein Absacker in einer Bar. So gehört sich das für einen Urlaub im Süden.

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