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Reisen in Corona-Zeiten

Nach über eineinhalb Jahren melde ich mich aus der Versenkung zurück. In der Zwischenzeit war ich natürlich auch unterwegs, aber habe mich vor allem auf das Fotografieren konzentriert und ein wenig in meinem Fotografie-Blog und bei Instagram gepostet.

Teilweise wusste ich auch nicht so richtig, was oder wie ich Beiträge hier schreiben sollte. Nun haben wir seit März Corona in Deutschland. Das Thema ist natürlich allgegenwärtig und hat das Reisen komplett verändert. Mit den Einschränkungen werden wir noch lange Leben müssen, und vor einigen Tagen hat der Bundesgesundheitsminister vor Reisen ins Ausland für den Herbst abgeraten.

Mein Reiseverhalten hat sich durch Corona selbstverständlich auch massiv geändert. 2018 war ich ziemlich oft geflogen. 2019 hatte ich aber angefangen, statt zu fliegen öfters mit dem Auto zu fahren. Ich vermute, dass eine Autoreise eine bessere Klimabilanz hat als das Fliegen. Für mich war eher entscheidend, dass ich etwas die Lust an reinen Städtetrips verloren habe und im Moment eher in Richtung Natur und Landschaftsfotografie unterwegs bin.

Meine neue Strategie ist, das Auto zu nehmen, aber nicht in einem Rutsch zum Reiseziel durchzufahren sondern mir mit Übernachtungen Zeit für den Weg zu nehmen. Letztes Jahr war ich für einen Fotoworkshop in Venedig und auf der Hinfahrt hatte ich in Zürich, am Lago Maggiore und in Mailand übernachtet. Auf dem Weg von Zürich an den Lago Maggiore war ich auf dem Furkapass und Gotthardpass – das ist mit Flugzeug und ohne Auto schwer zu realisieren. Für die Rückfahrt waren eigentlich Übernachtungen in Ljubljana, Österreich und München geplant. Da mich eine Erkältung erwischt hatte, musste ich die Pläne ändern und war an einem Tag von Venedig via Schweiz nach Hause gefahren solange ich noch einigermaßen fit war. Hätte der Trip wie geplant geklappt, wäre er deutlich klimafreundlicher gewesen als mit dem Flugzeug jeweils einzeln nach Zürich, Mailand, Venedig und Ljubljana zu fliegen.

Soweit hatte sich mein Reiseverhalten in 2019 schon geändert, und Reisen in der Art war auch der Plan für 2020. …und dann kam Corona.

Im Februar war ich auf den Lofoten (da war ich natürlich geflogen, da es mit dem PKW etwas weit ist) und Rückreise war am 1. März 2020. Seitdem habe ich kein Flugzeug, keine Bahn und keinen ÖPNV mehr von innen gesehen. Für 2020 hatte ich einige Planungen, und diese waren ab Ende März alle hinfällig.

Corona war zwar wie eine Bruchladung, aber es hat uns und mich dazu gezwungen, vor die eigene Haustüre zu gehen. Mehr wandern im Taunus hatte ich mir 2019 ohnehin schon für 2020 vorgenommen, und es wurden deutlich mehr Touren als ich mir letztes Jahr für dieses Jahr vorgestellt hatte.

Über die ersten Lockerungen und vor allem die Öffnung der Gastronomie war ich sehr froh. Im April und Mai war das Wetter an manchen Wochenenden sehr gut und es war mir dann einfach zu voll im Taunus. Zu der Zeit war ich am Wochenende gar nicht wandern und nur abends zum Fotografieren auf den Berg gefahren, wenn ich bei der Google Maps Verkehrslage gesehen habe, dass der Stau bergab ist.
So wie ich es bei Social Media gesehen habe, waren viele der ReisebloggerInnen und FotografInnen, denen ich folge, direkt nach den Lockerungen der Beschränkungen und Öffnung der Grenzen wieder on Tour. Die Corona-Situation war mir zu diesem Zeitpunkt aber nach wie vor zu heikel. Hätte ich einen Camper, wäre ich wahrscheinlich auch etwas on Tour gewesen; aber auf Flugzeug oder Zug habe immer noch keine Lust. Jeder soll es handhaben wie er mag. Dass ich Frühjahr und Sommer nur zu Hause war und nur gelegentlich einen Tagesausflug gemacht habe, empfand ich allerdings nicht als einen zu großen Einschnitt in die Lebensqualität.

Mit Reisen wollte ich bis nach den Sommerferien warten und nun haben wir den Salat, dass die Corona Fallzahlen wieder steigen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zunehmen und es mittlerweile auch innerhalb Deutschlands Beherberungsverbote für inländische Gäste gibt. Bei den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung hieß es oft „auf Sicht fahren“ und so verhält es sich bei mir auch mit Reisen.

Mittlerweile war ich drei Mal für mehrere Tage unterwegs und zu den Reisen und den Planungen dazu werde ich noch Beiträge schreiben. Ansonsten mache ich im Moment für Herbst/Winter und für 2021 noch gar keine Planungen. Da wird einfach weiter „auf Sicht gefahren“.

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