Zwei Stunden in Stuttgart

Stuttgart ist für mich ein weißer Fleck auf der Landkarte. Auf dem Weg zum Skifahren war ich mal mit dem Zug durch Stuttgart gefahren und für ein Vorstellungsgespräch in Esslingen bin ich am Bahnhof auch einmal umgestiegen. Ansonsten hatte ich nur mit der Peripherie zu tun: Den Flughafen kenne ich vom Vorbeifahren an der Autobahn, nach Leonberg hatte ich mal ein Paket ausgeliefert und die Autoverladung in Kornwestheim habe ich als Kind öfters gesehen.

Gestern waren wir auf der CMT und danach war noch Zeit, um in die Stadt zu fahren. Dank Loriot ist der Mops Kult und deshalb war mein erklärtes Ziel das Loriot-Denkmal am Eugensplatz – also „Eugensplatz“ ins Navi eingegeben und dann kurz vor dem Ziel ein Parkhaus in der Nähe gesucht.

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Dass Stuttgart in einem Talkessel liegt hatte sich vorher schon zu mir herumgesprochen und bei der SOKO Stuttgart hatte ich auch schon einige Aufnahmen der Stadt gesehen. Trotzdem war ich erstaunt, wie lange es auf der B27 hinunter in die Stadt ging.

Geparkt hatten wir dann beim Haus der Geschichte und der erste Stop sollte der Eugensplatz sein. Auf der Landkarte im Telefon sah es nicht weit entfernt aus, aber was ich auf den ersten Blick nicht realisiert hatte, zu dem Platz geht es nur Treppen bergauf. Zwangsläufig musste ich an Barcelona denken, wo es im Freien auf dem Montjuïc oder Park Güell Rolltreppen gibt.

Das Mops-Denkmal war fotografiert und dann konnte ein normales Sightseeing-Programm weitergehen. So ging es wieder bergab zur Staatsgalerie.

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Bei solchen Kennenlern-Spaziergängen lasse ich mich gerne treiben und mit der Zeit habe ich auch ein Gespür dafür entwickelt, wie ich in überschaubar großen Städten laufen muss.

Die nächste Station war dann die Baustelle von Stuttgart 21 und sie ist schon beeindruckend groß. Auf dem Weg in die Stadt hatten wir zuvor schon eine Tunnelbaustelle gesehen, die vermutlich für die neue Schnellfahrstrecke sein wird.

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In der B-Ebene des Hauptbahnhofs (Arnulf-Klett-Passage) gab es Teigwaren als Abendessen auf die Hand und beim Heraussuchen der 30 Cent für das WC, haben wir gleich noch gelernt, wie das Drehkreuz am Eingang überlistet werden kann und es somit kostenlos war. Das nur als Randnotiz. Als Frankfurter war ich erstaunt wie sauber und normal es dort war. Auf dem Weg zum Ausgang ging es durch einen schmalen Gang zwischen einem Modegeschäft und einem Supermarkt. Das wäre in Frankfurt vermutlich eine Ecke, die man eher meiden würde. Vielleicht wird ja in Frankfurt nach dem Umbau auch in der B-Ebene alles besser. Stuttgart hat auf jeden Fall gezeigt, dass so etwas kein Schandfleck sein muss.

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Die Königstraße herunter zu gehen war recht langweilig. Dazu ähneln sich die Einkaufsstraßen in den Städten einfach zu sehr und überall findet man die gleichen Filialisten. Umso beeindruckender war dann nach den recht langweiligen Fassaden auf der Einkaufsstraße auf dem Schlossplatz mit dem Königsbau zu landen. Es war zwar schon dunkel geworden, aber historische, beleuchtete Gebäude sehen einfach immer grandios aus.

Da die Temperaturen um den Gefrierpunkt waren und wir auch nicht zu spät wieder nach Hause kommen wollten, wurde es langsam Zeit wieder in Richtung Parkhaus zu gehen.

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Auf dem Weg dorthin lagen neben dem Neuen Schloss auch noch der Akademiegarten und die Oper. Um die Konrad-Adenauer-Straße zurück zum Parkhaus zu queren, gab es neben der Oper eine Unterführung und sie war beleuchtet, sauber und kein Urin-Geruch. Ich finde es aber schon bezeichnend, dass mir solche Kleinigkeiten auffallen. Für andere ist vermutlich die Situation in Stuttgart die Normalität.

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Mir hat das kurze Kennenlernen sehr viel Spaß gemacht und die Stadt hat mir optisch gut gefallen. Vor allem für INGRESS Spieler lohnt sich auch der besuchte Bereich, da man hier von Portal zu Portal stolpert. Wenn die Temperaturen für einen Städtetrip wieder angenehmer sind, werde ich auf jeden Fall wieder dorthin fahren und mit dem ICE ist das von Frankfurt aus ein Katzensprung. Eine Gemeinsamkeit hat Stuttgart mit Frankfurt: Beide Städte sind international gesehen eher die B-Klasse und sind nicht so im Fokus wie Berlin, Hamburg oder München.

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