Alpen Schweiz Zürich

Zürich 2020 – Die erste Reise seit Corona

Die Fahrt nach Zürich im August war die erste Reise, die in 2019 gebucht wurde und seit Corona fast wie geplant stattgefunden hat.

In Zürich habe ich ein paar Fotofreunde und vor drei Jahren haben wir lange nach einem Termin gesucht, an dem alle Zeit hatten. Mein Bruder wollte mit dem Rad ohnehin schon immer einmal um den Zürichsee radeln und so waren wir mit seinem Wohnmobil dort.

In Stadtteil Wöllishofen gibt es einen Campingplatz direkt am Zürichsee. Von dort aus ist man in nicht einmal 10 Minuten mit dem Rad in der Innenstadt und zu Fuß ist es auch nur eine gute halbe Stunde. Als wir auf der Anfahrt nach Zürich waren, bekam ich eine WhatsApp-Nachricht mit der Info, dass an dem Samstag vor drei Jahren, an dem wir uns zum Fotografieren treffen wollten, Street Parade ist. Also hatten wir zum Fotografieren die Innenstadt gemieden. Außerdem war irgendwo an der Ostseite des Sees ein Volksfest. Mein Bruder war begeistert, da zum Radfahren auf der Uferstraße sehr wenig Autoverkehr war.

Der Campingplatz war wegen der Street Parade brechend voll. Auf dem Fußball- und Beachvolleyballplatz standen Zelte. Wenn man sich den Abstand zwischen zwei Zelten ansieht, denkt man, dass da kein Zelt mehr rein passt: Doch, da geht noch was. Auch wenn wir mit der Street Parade in den letzten Jahren nichts zu schaffen hatten, hatten wir nette und interessante Leute kennengelernt, die dort jedes Jahr sind.

So waren wir letztes Jahr wieder zum Street Parade-Wochenende dort. Danach hatten wir gesagt, dass wir es mal ruhiger angehen lassen wollen und der Nachbar auf dem Campingplatz hatte uns den Termin zwei Wochen nach der Street Parade empfohlen. Den hatten wir direkt im Anschluss an die Reise gebucht und waren dieses Jahr wie geplant zu diesem Zeitpunkt dort.

Im August war die Corona-Situation in Zürich etwas angespannt. Maskenpflicht bestand nur im ÖPNV. In den Geschäften hat man die Deutschen erkannt, da sie auch dort Maske trugen. Ich hatte mich den örtlichen Gepflogenheiten angepasst und war auch ohne Maske im Supermarkt. Das war ziemlich ungewohnt, aber auch befreiendes Gefühl. Dazu muss ich aber auch sagen, dass in den Supermärkten, in denen ich war, kaum Besucher waren und auch nicht so gedrängelt wurde wie hierzulande.

In der Woche nachdem wir heimgefahren sind, hat Zürich auch eine Maskenpflicht in Geschäften eingeführt, um den 50er Grenzwert nicht zu überschreiten und als Risikogebiet eingestuft zu werden.

Nächte

3

Kilometer

120

Stutz

300

Am späten Freitagnachmittag war ich mit der Fotogruppe verabredet. Meistens waren im Sommer bei Frau Geroldsgarten. Die Locals sagten aber im Vorfeld, dass man dort ab 17 Uhr wahrscheinlich Schlange stehen müsse, um aufs Gelände zu kommen. Stattdessen waren bei einem Selbstbedienungscafe in der Bäckeranlage. Auf dem Weg dorthin waren wir auch kurz über einen Abschnitt der Bahnhofsstraße geradelt. Das machte dort alles einen entspannten Eindruck und soweit ich es beobachten konnte, gaben sich die Leute auch Mühe, Abstand zu halten.

Frau Geroldsgarten (Archivbild aus 2018)

Im bzw. auf den Außenplätzen des B-Cafés war nicht viel los. Je später es wurde, je voller wurde es auf der Wiese der Bäckeranlage. Die Attraktion zwischendrin war eine Frau, die dort mit einer Schildkröte Gassi ging. Es war nicht ihre, aber sie kümmert sich drei Tage die Woche um das Tier: Schildkrötensitter – willkommen in Zürich. 😉

Da ich den ÖPNV meiden wollte und in der Innenstadt und Züri-West schon öfters fotografieren war, war ich Samstag mit dem Rad im Uhrzeigersinn von Wöllishofen am See entlang bis zur Fähre Horgen-Meilen geradelt und zurück bis zum Campingplatz. Die Tour war etwa 35km lang und entlang der Uferstraße lässt es sich wirklich gut fahren. Ich kann mich jetzt bewusst an keinen größeren Abschnitt ohne Radweg erinnern.

Als Touristenfahrer, der an jeder Milchkanne zum Fotografieren anhält, muss man nur aufpassen, dass einen die Rennradfahrer nicht über den Haufen fahren. Die sind aber auch sehr entspannt und ich wurde kein einziges Mal angemosert, wenn ich im Schneckentempo auf dem Radweg unterwegs war. Um die Sportler nicht zu behindern, war ich aber auch oft auf dem Fußweg, wenn dort keine Fußgänger unterwegs waren.

Als ich abends zurück auf dem Campingplatz angekommen war, waren die Würstchen (Importware aus Deutschland von Best Woscht in Town) gerade fertig geworden. Einen ehemaligen Arbeitskollegen meines Bruders aus Frankfurt hat es nach Zürich verschlagen und hat sich die Bratwürste gewünscht. Auf dem Campingplatz ist direkt bei dem kleinen „Binnenhafen“ eine Grillstation mit zwei Holzkohlegrillstellen und zwei Elektrogrillplatten. Da unser Stellplatz direkt neben dem Grillplatz war, haben wir natürlich diesen genutzt und nicht den eigenen Grill aufgebaut.

Am Sonntag war ich zum Fotografieren verabredet. Ziel war die alte Holzbrücke in Rapperswil. Treffpunkt war um 10:30 Uhr bei der Galerie Bruno Bischofsberger in Männedorf. Mit dem Rad hieß das für mich um 9:00 Uhr loszufahren und wieder die Fähre Horgen-Meilen zu nehmen. In Männedorf geht es zur Galerie recht ordentlich bergauf. Da quält man sich den Berg hoch, um festzustellen, dass die Galerie geschlossen ist und man das Gebäude von außen nur durch den Zaun fotografieren kann. Super.

Der nächste Stopp/Treffpunkt war die Swarovski Zentrale in Männedorf, und das war zum Fotografieren super. An dem Gebäude kann man sich fotografisch wunderbar austoben.

In Stäfa wollten wir die Kirche fotografieren, die natürlich ebenfalls oberhalb der Uferstraße am Hang lag. Dort fand gerade ein Taufe statt und somit haben wir auf das Fotografieren verzichtet. Stattdessen waren wir danach zum Mittagessen beim Schützenhaus am Hafen zum Essen. Sehr lecker. Als wir gerade mit dem Essen fertig waren, kam plötzlich mein Bruder vorbei. Er war mit dem Rad viel später auf die Seerunde gestartet, aber hatte mein Fahrrad erkannt, dass ich oben an der Uferstraße abgestellt hatte.

Nach dem Essen wollten wir zu einem Eisenbahnviadukt. Natürlich lag auch das am Hang. Das Viadukt war leider zu zugebaut und zu viele Blätter waren an den Bäumen, sodass dieser Abstecher ebenfalls ein Satz mit X war.

Der nächste Treffpunkt war Rapperswil und die Locals meinten zu mir, dass die alte Uferstraße schöner sei als die neue. Das stimmt, aber dafür ist sie deutlich hügeliger als die neue Straße.

In Rapperswil war der Teufel los, sodass ich dort gar nicht in der Altstadt war. Stattdessen hatten wir uns am Pilgerplätzli bei einem Kiosk an den See gesetzt und geklönt. Nach der Pause ging es auf den die alte Holzbrücke und dort haben sich unsere Wege getrennt.

Zurück bis zum Campingplatz waren es um die 35km. In Summe waren es an dem Tag um die 70km. In Summe waren es an dem Wochenende um die 120km auf dem Rad (ich Intelligenzbestie hatte meinen Tacho daheim vergessen). Das war ziemlich ordentlich für eine Kaltstart, da ich dieses Jahr vorher nur einmal mit dem Rad etwa 10km unterwegs war. Sonst laufe und wandere ich lieber. Das dauert zwar deutlich länger, aber das ist für Entspannung, da ich mich weniger auf den Verkehr konzentrieren muss als auf dem Rad und ich mehr Zeit habe, um nach Motiven Ausschau zu halten.

Insgesamt war das Wochenende super. Es hatte richtig gut getan nach fast einem halben Jahr mal wieder für mehrere Tage wegzufahren. Gerade in Corona-Zeiten war auch der Blick über den deutschen Tellerrand interessant. So wie ich es erlebt habe, waren die Regeln nicht so streng wie bei uns (keine Maskenpflicht in Geschäften), aber die Leute haben sich um Abstand bemüht.

Wenn ich es richtig erinnere, waren zu der Zeit in der Schweiz auch größere Veranstaltungen erlaubt und Clubs und Diskotheken hatten offen. Diese habe ich nicht besucht. Dort hat es wahrscheinlich etwas anders ausgesehen als tagsüber auf der Straße.

Der Platz auf dem Campingplatz für nächsten Sommer ist schon reserviert. Ich freue mich jetzt schon darauf.

1 Kommentar zu “Zürich 2020 – Die erste Reise seit Corona

  1. Dieter Klemke

    Sehr schöner Bericht und die Bilder vermitteln einen guten Eindruck dieser herrlichen Gegend. Zürich ist eine edle Stadt.

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