Nationalpark Plitvicer Seen

Die Wasserfälle und Seen des Nationalparks Plitvicer Seen im Karstgebierge Mittelkroatiens standen schon sehr lange auf der Liste meiner Traumziele ganz weit oben. Gesehen habe ich davon schon viele Bilder und der Nationalpark taucht regelmäßig in Top-Listen von Sehenswürdigkeiten auf. Bereits 1949 wurde der Nationalpark gegründet und war damit der erste Nationalpark Südosteuropas. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Zusammenspiel zwischen Gestein und Wasser konnte ich schon bei den Tuffterrassen in Greding bekommen. Das ist aber nicht mehr als die Miniaturausgabe der Plitvicer Seen.

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Nun hat sich die Gelegenheit ergeben und mit dem Wohnmobil ging es nach Kroatien. Am Rande des Nationalparks befindet sich mit dem Kamp Korana ein wunderschöner Campingplatz. Von dort aus fährt morgens kostenlos ein Bus zum Eingang Nr. 1 des Nationalparks und um 17 Uhr fährt der Bus zurück. Jetzt im Sommer zur Hochsaison haben zwei große und ein kleiner Reisebus für die Besucher nicht ausgereicht, so dass einige noch auf die zweite Runde der Busse warten mussten.

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Obwohl der Nationalpark über 600m ü. NN liegt, war es an dem Tag mit 32°C sehr warm und der Besuch eine schweißtreibende Angelegenheit. Bei der Tour folgte ich der Empfehlung der Frau von der Information auf dem Campingplatz.

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Vom Eingang 1 ging es hinunter zu den unteren Seen und zum ersten Highlight, dem Veliki Slap (The Big Waterfall) mit einer Fallhöhe von 78 Metern. Entsprechend ist der Aussichtspunkt davor sehr gut mit Touristen gefüllt. Ich hatte zwar ein Stativ und ND-Filter mit, aber alles bei der Hitze umsonst mitgeschleppt und das hatte mehrere Gründe:

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1. Es war überall zu voll, um ein Stativ aufzustellen. Vor dem großen Wasserfall wäre es vielleicht noch gegangen, aber auf den Stegen war permanent zu viel Bewegung.
2. Die Frau an der Information sagte, dass die vorgeschlagene Strecke ca. 8 Kilometer lang sei. Reicht die Zeit für den übrigen Teil des Nationalparks, wenn beim ersten Stop eine Stunde fotografiert wird?
3. Einen Besucher mit einem großen Stativ habe ich gesehen, der abgesehen davon noch mindestens acht Kilogramm Gepäck hatte. Ansonsten wurde ohne Stativ aus allen Sorten von Kameras fotografiert ohne Ende.
4. Milchiges Wasser habe ich mit der Olympus auch so hinbekommen. Dann der Belichtungskorrektur um fünf Blendenstufen und dem Bildstabilisator war mehr möglich als ich erwartet hatte.

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Im Nationalpark gibt es neben der beiden Eingängen sechs Orientierungspunkte: P1-P3 als Anlegestellen der Schiffe auf dem Jezero Kozjak und mit ST1-ST3 die Haltestellen des Panoramabusses.

Am Ufer der unteren Seen Kaluderovac, Gavanovac und Milanovac gibt es dann weiter zu P3. Dort gibt es neben der Anlegestelle auch Gastronomie, Aufenthaltsmöglichkeiten und Toiletten. Am Eingang standen Hinweisschilder, dass man Fotos machen und nichts außer Fußstapfen hinterlassen soll. Daran wird sich auch gut gehalten, denn im Park war es sehr sauber und ich habe weder Müll noch Zigarettenstummel irgendwo herumliegen sehen.

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Bei P3 war es dann auch höchste Zeit, um mit gekühlten Getränken für ein wenig Erfrischung zu sorgen. Die Schlange am Bootsanleger war recht lang und von der angeschriebenen Abfahrtszeit alle 30 Minuten konnte keine Rede sein. Im direkten Pendelverkehr waren die Boote permanent unterwegs.

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Die Überfahrt mit dem Boot war sehr entspannend, da bei erreichen der Kapazität Feierabend ist. Da sich viele Besucher in den ersten Reihen und am Rand gequetscht haben, war in den hinteren Reihen ausreichend Platz, um entspannt und eineingeengt dort zu sitzen. Die Boote haben einen elektrischen Antrieb und somit entfällt das Brummen und Wackeln eines Schiffdiesels.

Im nächsten Abschnitt entlang der Westseite der oberen Seen ging es nur noch bergauf. Der größte Teil des Weges lag zum Glück unter Bäumen im Schatten und es war deshalb auch trotz der hohen Temperaturen noch angenehm zu gehen. Vor allem am den See Malo und den Okrugljak Veliko wurde es dann ziemlich voll auf den Stegen.

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An der Bushaltestelle ST3 gab es nur einen Eisverkäufer und die übrige Gastronomie war geschlossen. Deshalb wurde direkt der Panoramabus genommen. Die Aussicht aus dem Bus war grandios, da er am Berghang entlangfährt und im Tal die Seen zu sehen sind. Allerdings verläuft die Strecke durch den den Wald und deshalb gilt es zwischen den Bäumen hindurch einen guten Ausblick zu erhaschen. Von daher habe ich während der Busfahrt dann auch keine Anstrengungen unternommen, Fotos zu machen.

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Ausstieg war bei ST2 und es war Zeit für Mittagmessen bei dem Fast Food-Imbiss. Die Strecke war geschafft und des war früher Nachmittag und es blieben noch ca. zweieinhalb Stunden, um zurück zur Eingang 1 für den Shuttlebus zum Camp zu kommen. Der eigentliche Plan war, mit dem Boot von P1 zu P2 überzusetzen und dann wieder von P2 zum Picknickplatz bei P3 überzusetzen. Allerdings war sowohl bei P1 als auch P2 die Schlange am Bootsanleger zu lange, so dass es zu Fuß an der Ostseite des Jezero Kozjak entlang zu P3 ging.

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Dort blieb noch eine gute Dreiviertelstunde für Erfrischungsgetränke. Ganz am Anfang des Tages ging es im Tal von Eingang 1 zu P3 und jetzt auf dem Rückweg dann über ST1 zum Eingang. Nach dem Damm am nördlichen Ende des Jezero Kozjak ging es ziemlich ordentlich bergauf zu ST1. Auf dem Abschnitt bis zum Eingang 1 gab es dann noch mehrere Aussichtspunkte und von daher hat sich der Weg oben entlang gelohnt.

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Vor den Toren des Eingangs 1 waren einige Gesichter zu sehen, die entweder auch im Kamp Kohana Gäste waren oder im Laufe des Tages mit einem die Stege bevölkert haben. Im Gegensatz zum Vormittag für der Bus nicht nur um einen bestimmte Uhrzeit, sondern es war ein richtiger Shuttleverkehr mit zwei Busses. Von daher musste auf der Rückfahrt im Gegensatz zur Hinfahrt auch niemand im Bus stehen.

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Zum Ausklang des Tages ging es dann zur Grillstation auf dem Campingplatz. Die Terrasse der Bar ist zwar auch sehr schön und hat einen besseren Ausblick, aber die lag direkt nach der Rückkehr aus dem Nationalpark noch in der prallen Sonne.

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Die Natur im Nationalpark ist sensationell und während des Besuchs war schon klar: Hier muss ich noch einmal während der Nebensaison hin, wenn es dann hoffentlich etwas leerer ist und man auf den Stegen auch ein Stativ aufbauen kann. Wahrscheinlich wird das einmal in Herbst sein, kurz bevor das Autocamp Korana schließt. Indian Summer im Nationalpark – das ist bestimmt ein optischer Traum.

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